Abgeschlossene Projekte

Die bildmorphologische, laborchemische und klinische Charakterisierung von Patienten mit demenziellen Syndromen:
Ist eine frühe, präklinische Diagnose möglich?

Projekteiter: PD Dr. med. Thomas Duning (Klinik für Allgemeine Neurologie) | Förderungsjahr: 2011

Demenzerkrankungen treffen derzeit etwa 1,4 Millionen Menschen in Deutschland und nach neuesten Zahlen ist mit einem weiteren Anstieg der Zahl von Demenz Betroffener zu rechnen. Daher steht die frühe Diagnose und damit die Möglichkeit zur rechtzeitigen Therapie an erster Stelle bei der Bekämpfung von Demenzerkrankungen. Durch die Förderung des vorgeschlagenen Projekts können Strategien sowohl hinsichtlich bildgebender Verfahren als auch der neuropsychologischen wie klinischen Charakterisierung und der laborchemischen Zusatzdiagnostik entwickelt werden. Ziel ist, dementielle Entwicklungen bei Patienten noch früher zu diagnostizieren und so zum bestmöglichen Zeitpunkt einer Therapie zuzuführen.

Elektroenzephalographie bei autoimmunen Enzephalitiden

Projekteiter: Dr. med. Nico Melzer (Klinik für Allgemeine Neurologie) | Förderungsjahr: 2014

Die Autoimmunenzephalitiden repräsentieren eine wachsende Gruppe autoimmun-entzündlicher Erkrankungen der grauen Substanz des zentralen Nervensystems, die zu epileptischen Anfällen, neurokognitiven und psychiatrischen Störungen führen. Ziele des Forschungsvorhabens sind eine genaue Charakterisierung der klinischen Symptome und elektroenzephalographischen wie auch liquorchemischen und bildgebenden Befunde in Abgrenzung zu anderen neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen und damit ein vertieftes Verständnis der Immunpathogenese mit der Möglichkeit gezielter immuntherapeutische Ansätze zur Behandlung dieser Erkrankungen.

Entzündungssignaturen neurologischer Erkrankungen über detaillierte Immunphänotypisierung mittels Multiparameter Durchflusszytometrie-Matrix-Analysen

Projekteiter: Dr. rer. nat. Catharina Groß und PD Dr. med. Luisa Klotz (Klinik für Allgemeine Neurologie) |  Förderungsjahr: 2015

In den vergangenen zehn Jahren konnte die Bedeutung des Immunsystems sowie von Fehlern in dessen Regulation bei einer ganzen Reihe von Krankheiten festgestellt und beschrieben werden. Dies gilt vor allem für klassische neuroimmunologische Erkrankungen wie die Multiplen Sklerose (MS), die chronisch-inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP) oder die Entzündung des Sehnerven - Neuromyelitis optica (NMO).
Interessanterweise haben hochrangige Wissenschaftler in immer mehr Studien Hinweise darauf gefunden, dass eine Fehlfunktion von Zellen im Immunsystem auch an der Entstehung sowie dem Verlauf einer Reihe anderer - nicht-entzündlicher - neurologischer Erkrankungen beteiligt sein könnte. Hierzu gehören ganz unterschiedliche Diagnosen wie die der Schlaganfall und Hirntumoren. Aber auch neurodegenerative Entwicklungen wie die Alzheimer-Demenz oder der Morbus Parkinson sind davon betroffen, zudem das durch Epilepsie hervorgerufene Absterben von Nervenzellen. Ziel dieses Projekts ist es, mit Hilfe der Durchflusszytometrie die Zellen betroffener Patienten sichtbar zu machen und zu untersuchen.So sollen Zellprofile der verschiedenen Krankheiten erstellt werden. Anhand derer lassen sich krankheitsbedingte Veränderungen des Immunsystems feststellen. Dies kann Grundlage für die Entwicklung neuer Therapien sein. Die Durchflusszytometrie eignet sich besonders gut als Methode für diese Untersucuhungen: Mit ihr können auch sehr kleine Zellmengen anlysiert werden, wie sie sich zum Beispiel in Nervenwasserproben finden. Da der Liquor das Gehirn umspült, spiegelt es besser als das Blut krankheitsbedingte Veränderungen wieder.  

 

Expressionsanalyse einzelner Liquorzellen mittels RNA-Sequenzierung

Projekteiter:  PD Dr. med. Gerd Meyer zu Hörste (Klinik für Allgemeine Neurologie) |  Förderungsjahr: 2015

Der Liquor cerebrospinalis (kurz: Liquor) ist eine Flüssigkeit, die das Gehirn und Rückenmark umgibt und diese schützt. Untersucht man die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) im Liquor, so lassen sich daraus Rückschlüsse über Entzündungen des Nervensystems ziehen. Die Leukozytenzahl im Liquor ist jedoch extrem gering - unter normalen Bedingungen mehr als 1000-fach kleiner als die Zahl der weißen Blutkörperchen im Blut. Damit können bei einer einzelnen diagnostischen Lumbalpunktion nur maximal wenige tausend Zellen zur Analyse gewonnen werden.

So wenige Zellen lassen sich nur schlecht Standardmethoden untersuchen. Eine genomweite Genexpressionsanalyse von einzelnen Liquorzellen hat es daher in der Wissenschaft noch nicht gegeben. In den vergangenen Jahren wurde jedoch eine Methode entwickelt, mit der genau das möglich ist: die RNA-Sequenzierungs-Technologie. Mit dieser Methode könnte eine Vielzahl neuer biologischer und medizinischer Fragen beantwortet werden. Im Rahmen des geplanten Projektes werden wir diese neue Technik in Münster etablieren und auf Liquorzellen anwenden. Unter anderem kann dann untersucht werden, wie sich das Expressionsprofil von Liquorzellen bei neurologischen Erkrankungen und Therapien verändert. Dies kann in Zukunft ein neues Verständnis neurologischer Erkrankungen ermöglichen. So lassen sich unter Anderem neue Marker finden, mit denen man feststellen kann, wie weit eine Krankheit fortgeschritten ist, oder ob eine Therapie wirkt.

Interscanner-Reliabilität von strukturellen Maßnahmen in der zerebralen Kernspin-Tomographie

Projekteiter: Dr. med. Heike Wersching (Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin)
Förderungsjahr: 2011

Ziel der Studie (INTERSITE) war, den Einfluss von unterschiedlichen Gerätetypen und damit verbundenen Abweichungen in den Messsequenzen im Hinblick auf die relative Messgenauigkeit bei der Beurteilung von MR-Parametern in Langzeitstudien zu bestimmen. Dieses Projekt ist insofern bedeutend, als fast alle Langzeitstudien auf der Vergleichbarkeit der erhobenen Daten beruhen. Damit konnte dieses Vorhaben maßgeblich zur Verbesserung der Patientenversorgung im Rahmen von MRT-getriebenen Studien beitragen.

Gehirnstrukturelle (d. h. MRT-)prädiktoren für den Erfolg intensiven Schlucktrainings und Gehirnstimulation für
Patienten mit chronischer Dysphagie nach Schlaganfall

Projekteiter: Prof. Dr. med. Rainer Dziewas, Dr. med. Sonja Suntrup, PD Dr. med. Tobias Warnecke (Klinik für Allgemeine Neurologie)
Förderungsjahr: 2011

In der Akutphase des Schlaganfalls leiden mehr als 50% der Patienten an einer Schluckstörung (Dysphagie). Bei 10-20% aller Patienten bleibt diese Störung bestehen. Für sie gibt es fast keine Behandlungsmöglichkeiten. Im geförderten Projekt sollten daher diejenigen strukturellen Prädiktoren einer erfolgreichen Stimulation/Rehabilitation bestimmt werden, die parallel zur Gehirnstimulation sowie der Erfassung der kortikalen schluckassoziierten Aktivierung mit Hilfe des MEG und der endoskopisch darzustellenden Schluckaktivität bestehen.

Ausmaß und Lokalisation subtiler hirnmorphologischer Veränderungen durch Hypoglykämien in Korrelation mit
neurokognitiven Defiziten nach Langzeittherapie auf der Intensivstation?

Projekteiter: PD Dr. med. Thomas Duning (Klinik für Allgemeine Neurologie), PD Dr. med. B. Ellger (Klinik für Anästhesiologie)
Förderungsjahr: 2010

In der beantragten Studie sollten die neurokognitiven Auswirkungen sowie die mikrostrukturellen Hirnveränderungen bei Patienten untersucht werden, die während einer intensivmedizinischen Behandlung Hypoglykämien erlitten hatten. Diese Patientengruppe wurde mit intensivtherapiepflichtigen Patienten mit analogen Krankheitsbildern ohne hypoglykämische Episoden verglichen. Ziel der Studie war es, maßgeblich zur anhaltende Diskussion über den klinischen Nutzen und die Risiken einer strikten Blutzuckereinstellung bei Patienten auf der Intensivstation beizutragen.

Phänomenologische Charakterisierung neuropathischer Schmerzen

Projekteiter: PD Dr. med. Martin Marziniak (Klinik für Allgemeine Neurologie), Prof. Dr. med. Esther Pogatzki-Zahn (Klinik für Anästhesiologie)
Förderungsjahr: 2008

Neuropathische Schmerzen betreffen insbesondere Patienten mit diabetischer Polyneuropathie, Thalamusinfarkten oder Multipler Sklerose. Sie verursachen einen hohen Leidensdruck und schränken die Lebensqualität beträchtlich ein. Mit dem geförderten Lesegerät konnten nun Schmerzphasen selektiv untersucht werden, die mit den gängigen neurographischen Messungen nicht erfasst werden konnten. Damit trug auch dieses Projekt zu einer signifikanten Verbesserung der Patientenversorgung in Münster bei.